Sanierung

Dienstag, 17.09.
Die Sanierung beginnt.
Zuerst werden sämtliche Pfeifen ausgebaut und nach Registern sortiert verpackt.

Freitag, 20.09.
Die Orgel ist demontiert. Das Gehäuse und die Windladen stehen noch, ebenso das Gehäuse des Spieltisches. Auch Teile der pneumatischen Traktur sind noch da. Aber alles andere ist demontiert. Selbst mir – ich würde mich als fachkundigen Laien bezeichnen – fällt es gerade ein wenig schwer, mir vorzustellen, daß das mal eine Orgel war und v.a. das es wieder eine sein wird… 🙂


Oktober 2019
Momentan tut sich in der Kirche nichts an der Orgel. Bis Mitte November wird in der Werkstatt an unserer Orgel gearbeitet. Das sind z.B. Tischlerarbeiten für das Schwellwerk und die Neubestückung der Membranleisten für die Traktur. Dabei müssen ungefähr 2000 Ledermembranen auf mehr als 130 Leisten geleimt werden. Auch die Technik aus dem Spieltisch sowie die Klaviaturen und Registerwippen werden in der Werkstatt erneuert.


Mittwoch, 13.11.2019
Ab heute wird wieder in der Kirche an der Orgel gebaut. Das Schwellergehäuse und die überarbeitete Windanlage mit dem Tremulanten für das Schwellwerk werden jetzt eingebaut.


Sonntag, 12.01.2020
Inzwischen haben wir Januar 2020. Die Orgel ist noch nicht fertig. Das wird aber bis Ende des Monats. Seit Weihnachten sind die reparierten und neu lackierten Prospektpfeifen eingebaut. Sie sehen mit dem neuen, frischen Lack fast aus wie Zinnpfeifen. Zusammen mit dem bereits fertig sanierten Gehäuse bietet sich dem Betrachter ein edler Anblick, der eine große Vorfreude auf die sanierte Orgel aufkommen läßt.


Samstag, 01.02.2020
Offiziell ist die Sanierung abgeschlossen. Ein paar (kleine) Restarbeiten sind noch zu erledigen. So ist der Scharff 4fach im Schwellwerk noch nicht fertig. Es hat sich erst während der Arbeiten herausgestellt, daß diese Mixtur ursprünglich 3stimmig war und der Pfeifenstock einfach um einen 4. Chor „erweitert“ wurde. Das Ergebnis: ein total verbohrter Pfeifenstock, der nun komplett erneuert werden muß, um nicht das alte Provisorium beizubehalten.


Fazit
Die Sanierung wurde von der Firma Groß hervorragend gemeistert. Die in den vergangenen Jahrzehnten versuchte, aber nicht unbedingt gelungene Neobarokisierung konnte dezent korrigiert werden. Die Orgel hat nun einen der Erbauungszeit 1902 entsprechenden romantischen Klang. Die pneumatische Traktur arbeitet wieder zuverlässig und das Geräusch des Winderzeugers ist angenehm beruhigt. Ein absolutes Plus ist der Einbau des Tremulanten für das Schwellwerk sowie dieses selbst. Die Fußwippe dafür war ja schon seit der Erbauung der Orgel vorhanden – nun hat sie auch eine Funktion.
Ein großes Dankeschön an die Orgelbauwerkstatt Ekkehart Groß, ihr habt tolle Arbeit geleistet!
Ich freue mich auf die nächsten Gottesdienste, an denen ich die Orgel spielen darf.
Dank an das Ordinariat in Dresden, daß die Hälfte der Sanierungskosten trägt!

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